Meine Gedanken zur Zucht

Der Beagle ist zum Glück eine relativ gesunde und vitale Rasse. Trotzdem kommt jeder verantwortungsbewußte Züchter nicht drum herum sich mit Themen wie Genetik und Vererbung auseinander zu setzen.

Seit 2008 sind wir Mitglieder beim ABC (Austrian Beagle Club). Das ist in Österreich der einzige zuchtbuchführenden Verein für die Rasse Beagle unter dem Dachverband ÖKV (Österreichischer Kynologen Verband) in der FCI (Fédération Cynologique Internationale).

Der ABC ist Mitglied des ÖJGV (Österreichischer Jagdgebrauchshunde-Verband). Die jagdlichen Veranlagungen können auch von Nichtjägern bei Prüfungen durch Leistungsrichter überprüft und bewertet werden.

Seit 2016 bin ich Mitglied beim BCD (Beagle Club Deutschland e.V.)

Die offiziellen Prüfungen unserer Beagles werden beim ÖGV (Österreichischen Gebrauchshundesport-Verband) abgelegt, der ebenfalls ÖKV und FCI angehört.

Die Zuchtstätte "Houndmusic Meadows" wurde beim FCI eingetragen und international geschützt. Wir sind unserer gesetzlichen Meldepflicht bei der Bezirksverwaltungsbehörde nachgekommen, und wir werden vom zuständigen Amtstierarzt kontrolliert.

Auf Ausstellungen wurden die vorgegebenen, zuchtrelevanten Bewertungen erworben.

Untersuchungen die dem heutigen Stand der Wissenschaft entsprechen werden gemacht. Von in Frage kommenden Deckpartnern werden so viele Unterlagen wie möglich zusammengetragen.

Aber wozu eigentlich "Papiere" und diese ganze nervige Vereinsmeierei???
Wozu Gentests?

Und WARUM - zum Kuckuck - fährt ein verrückter Züchter mit seiner Hündin viele (oft sogar sehr viele) km zum Deckrüden wenn doch ein so wunderhübscher Beaglerüde im Nachbarort lebt???

Mancheiner wirft ein, dass Papier geduldig ist. Oder dass solche Ahnentafeln eigentlich nur eine reine Prestigesache sind. Etwas "zum Angeben". Dass das alles doch bestimmt nur Geldmacherei für den Züchter ist der sich so seine Yacht finanziert.

Dass er weder züchten noch auf irgendwelche Ausstellungen gehen möchte. Außerdem sind Mischlinge soundso immer gesünder und klüger als Rassehunde. Punkt.

Und ist Geiz in diesem Zusammenhang tatsächlich so geil wie es der Werbeslogan verspricht?

Es kann sicher gesagt werden, dass jeder Hund mit gesunden Vorahnen gute Voraussetzungen hat.

Die Vorfahren sind also auch bei Mischlingen oder Rassehunden ohne Ahnentafeln ein entscheidenter Faktor.

Aber wer kann mit Bestimmtheit sagen wer aller bei der Entsehung des kleinen süßen Multikulti-Rasse-Wonneproppens mitgemischt hat?

Es könnte schwierig werden zu recherchieren.

Bestimmten Rassen werden je nach Zuchtstandard körperliche Merkmale und Wesenszüge zugeordnet. Das kann bei der Suche nach dem idealen vierbeinigen Begleiter sehr hilfreich sein. Eine Abstimmung auf die persönliche Lebenssituation sowie die körperliche Verfassung der zukünftigen Hundehalter ist sinnvoll. Und tatsächlich möglich.

Ohne entsprechende Papiere weiß man jedoch NICHTS ... oder nicht viel über die Eltern oder die Ahnen des Welpen. Es gibt also auch keine Aufzeichnungen über Wesensmängel. Oder über eventuell sogar zuchtausschließende, vererbbare Risiken.

Ohne vorhandene Aufzeichnungen ist natürlich auch nicht bekannt wie eng die Elterntiere miteinander verwandt sind.

Doch wie soll sich dann die Erhaltung und Verbesserung von bestimmten Rassen die uns ans Herz gewachsen sind verwirklichen lassen?
 
Haben wir alle miteinander nicht irgendwann in der Schule über den negativen Effekt von Inzucht gelernt? Der so manche menschlichen Königshäuser bereits vor hunderten von Jahren in den blaublütigen Untergang getrieben hat?

Es sollte nicht unbedingt der vermeintlich "hübscheste" Hund automatisch die erste Wahl für den Zuchteinsatz sein. Denn "hübsch" ist relativ zu vielen anderen Kriterien.

Die Möglichkeit in oft dedektivischer Kleinarbeit Vorzüge aber natürlich auch Probleme bestimmter Blutlinien aufzuspüren und darauf zu reagieren ist bei der Planung für zukünftige Verpaarungen ohne Aufzeichnungen nicht gegeben.

Gentests sind ein sinnvolles Instrument um keine an den getesteten Erkrankungen leidende Nachzucht zu erhalten. Denn kranke Nachkommen treten sehr vereinfacht gesagt nur dann auf, wenn Anlagenträger miteinander oder mit kranken Hunden verpaart werden. Genau dies kann vom Züchter vermieden werden, sobald die Elterntiere getestet sind.

In Bezug auf den Genpool könnten die Folgen fatal sein alle Träger (Carrier) ohne wenn und aber aus der Zucht zu nehmen da einzelne Gene keineswegs nur isoliert zu betrachten sind. Sogar Molekulargenetiker die Gentests entwickeln, warnen davor ihre Tests zum totalen Zuchtausschluss ganzer Gruppen zu verwenden. "Der Erhalt der genetischen Varianz ist eines der wichtigsten Ziele der modernen Hundezucht" (Dr. Irene Sommerfeld-Stur, Wien).

Es stellt sich unter anderem auch die Frage warum jemand seine Aufzuchtbedingungen, die Abstammung seiner Zuchttiere oder z.B. Alter und Häufigkeit der Belegung seiner Hündin(nen) nicht kontrolliert wissen möchte...

Nur irgendwelche bunten Papiere machen den Unterschied zu einem Welpen aus einer „Vermehrungsfabrik“ nicht aus. Vielmehr sind  Papiere die bestimmte Kriterien erfüllen das „Gütesiegel“ einer seriösen Zucht.

Um sie zu bekommen, muß ein Züchter unter einem Verband  züchten und sich an viele Bestimmungen halten. Die alle ausschließlich dem Schutz der Hunde zugute kommen werden.

Er lässt sich freiwillig auf die Finger schauen. Im Gegenzug darf er auf die Erfahrung und die Unterstützung einer großen Interessensgemeinschaft zugreifen.

Ausstellungserfolge und Championtitel haben nicht die alleinige wünschenswerte Aussagekraft die man sich als Laie vielleicht erwartet.

Es werden umfangreichere Informationen über die Deckpartner über viele Generationen hinaus benötigt. Und ein möglichst großes Genpool.

Das ist etwas, das wahrscheinlich am besten ein großer, weltweit organisierter Verband bieten kann.

Der am längsten bestehende Dachverband mit den meisten Aufzeichnungen ist die FCI.

Vermehrer und auch "Züchter" von Hunden ohne Papiere können bemüht und nett sein. Mit seriöser Rassehundezucht hat das aber nichts zu tun. Zucht soll nicht blindes, unkontrolliertes Hundevermehren sein.

Jedoch darf nie vergessen werden dass jeder Hund ein Lebewesen ist. Mutter Natur hat trotz unseres heutigen Wissensstandes beim Mischen der Karten auf denen sie die Vererbungsregeln notiert hat immer wieder die eine oder andere Überraschung für uns parat. Nicht nur die Beteiligung der Gene, sondern auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Die Forschung ist auf einem guten Weg. Eine Garantie für lebenslanges, reibungsloses „Funktionieren“ zu erwarten wäre jedoch unrealistisch.

Datensammlungen sind natürlich immer nur so gut wie sie eingepflegt werden. Für die Vereine ergibt sich durch die Zusammenarbeit der Züchter die große Chance wirklich aussagekräftige Informationen über ihre Hundepopulation zu erhalten. Es können neue Tests entwickelt werden.

Ich bin mir durchaus der Fehler bewußt die im Namen der Rassehundezucht begangen werden. Es würde aber den Rahmen sprengen hier wirklich alle meine Überlegungen anzuführen.

Egal wie gut oder detailliert eine Zuchtordnung gestaltet ist, entbindet diese keinen Züchter von der notwendigen Eigenverantwortung! Sowie auch keinen Hundeliebhaber davon die Augen offen zu halten und "mitzudenken".

Vor der Hundemafia, vor Massenzuchten und vor skrupellosen Händlern die mit dem Leid der armen Tiere Geschäfte machen kann ich nur warnen. Und an den gesunden Menschenverstand jedes Einzelnen appellieren. Mitleid oder aber Euphorie über einen vermeindlichen Schnäppchenkauf sind in solchen Fällen bestimmt die schlechtesten Ratgeber. Zu diesem Thema gibt es auch eine Kampagne der Stadt Wien.

Bei einer gut durchdachten Verpaarung ist also viel mehr zu bedenken als nur zwei hübsche Vertreter einer bestimmten Rasse zusammenzubringen!

Es muss viel mehr vorbereitet werden als nur eine Wurfkiste zu besorgen und ein paar alte Plüschtiere der Kinder zu waschen damit Welpen die größtmöglichste Chance auf ein glückliches Hundeleben haben und Rassen die wir lieben nicht kaputt gezüchtet werden.

Und so werden hier bei uns weiterhin die Ohren gespitzt und Fragen über Fragen gestellt. Auch außerhalb der Grenzen unseres kleinen Österreichs.

Es wird das Internet durchsucht, es werden Kontakte geknüpft, Ahnentafeln durchforstet, lehrreicher Lesestoff inhaliert, diskutiert und für Ausstellungen gemeldet.

Es werden weiterbildende Veranstaltungen besucht. Vielen (geduldigen) Leuten werden die sprichwörtlichen Löcher in den Bauch gefragt.

... und es gehört heutzutage auch dazu eine HP zu basteln.

"Gut Ding braucht Weile".  😉

Vieles lässt sich planen. Doch das letzte Wort hat schließlich immer Mutter Natur.

Mehr Informationen dazu =>HIER (Wurfplanung).

DANA, 40 Tage alt. Probekuscheln mit dem neuen Frauchen (mir) ...
DANA, 40 Tage alt. Probekuscheln mit dem neuen Frauchen (mir) ...

Wenn Sie Fragen haben, an unseren Welpen interessiert sind, mehr über den Beagle erfahren möchten, oder einen Termin für ein unverbindliches Kennenlernen ausmachen möchten, erreichen Sie mich

Mail: info(at)houndmusic.at
Telefon: +43 676 467 4424
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